Anregung im Juli 2016

„Mach mal Pause.“ In 3 Teilen


Worte wirken, Pausen wirken – Pausen setzen 2/3

Eins der Hauptthemen in meinen Seminaren und Einzeltrainings ist der Mangel an Pausen in Präsentationen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben Sorge negativ zu wirken, wenn sie Sprechpausen machen, es würde als Mangel oder Unwissen interpretiert oder langweilig sein. Das Gegenteil ist der Fall: Wenn wir ab und zu bewusst klare Pausen setzen, wirken wir stärker als ohne. Wir heben bestimmte wichtige Informationen hervor durch Pausen. Zusätzlich habe wir Zeit zum Entspannen, Durchatmen, uns unserer Worte bewusst werden und nach außen wahr nehmen.

Dazu 3 Tipps:

Der Grundaufbau jeder Veränderung ist: 1.) Wahrnehmen üben, 2.) Ändern bewusst planen, 3.) Praxis üben.

  1. Wahrnehmen Probe einen Auftritt mit einem max. 60 Sekunden frei gesprochenen Text. Du kannst einen Ausschnitt deines Fachthemas oder deiner Selbstpräsentation nehmen. Erster Durchgang „wie immer“. Nimm wahr, ob du kleine oder große Pausen machst oder nicht. Sprichst du alles in einem Rutsch durch? Das wirkt auf Dauer langweilig und ist wenig verständlich. Gliedere, akzentuiere durch Sprechpausen.
    Wenn es dir auch nach mehreren Durchläufen nicht gelingt wahrzunehmen, ob du überhaupt Pausen machst, dann „schalte einen Gang zurück“ und nimm einen Lesetext, den du sprichst. Setz bewusst an jedem Punkt eine Pause, die du „spürst“. 0,5 bis 2 Sekunden lang! Wenn du den Eindruck hast „die Unterbrechung dauert ewig“, bist du auf dem richtigen Übungsweg. Erinnere dich: es braucht Zeit, sein Handeln wahrzunehmen und zu verändern. Viel Zeit. Tage, Wochen, Monate. – Der Anfang ist gemacht!
  2. Ändern Überleg dir nun, welche Worte dir so wichtig sind, dass du sie hervorheben willst. Zum Beispiel dein Name, dein Fachbereich, deine Firma, dein Thema, Fachbegriffe, rhetorische oder echte Fragen u.a.m. Plane maximal ein wichtiges Wort pro Satz durch Pausen zu betonen. Eher weniger. Es kann nicht alles (gleich) wichtig sein in einem Vortrag. Sprich deine 60 Sekunden-Rede noch einmal. Lass dir nun deine Zeit und bau minimale Pausen (gefühlt 0,1 bis 0,5 Sek.) vor (und nach) dem bewussten Wort ein.
  3. Proben Übe nun weiter. Jeden Tag einen oder ein paar 60-Sekünder freie Rede. Setze bewusst deutliche Pausen. Lerne es zu genießen, dass deine Worte und damit deine Persönlichkeit wirkt. Die Wirkung vom Anfang und Ende einer Präsentation ist am wichtigsten. Hier werden die interessantesten und notwendigsten Informationen gegeben: Dein Name, Firma, Fachthema usw. Diese Infos müssen alle Zuhörer beim ersten Mal verstehen. Das ist rhetorische Souveränität. Daher vor und nach JEDEM dieser wichtigen Worte Mikropausen. Mach dir klar: du kennst dein Thema und was du sagen willst. Für die Gäste ist das alles Neuland und eine Flut von Informationen. Hilf ihnen, dich gut zu verstehen. Sie werden deine Kompetenz von Inhalt und Pausen wertschätzen.

 

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